Zeigen des Stinkefingers ist verbotene Kontaktaufnahme

Dem Beklagten wurde vor Gericht ein Kontaktverbot ausgesprochen – und zwar gegen die Mutter seines Kindes und deren neuen Lebensgefährten. Hintergrund sind vorangegangene Streitigkeiten zwischen den Ex-Partnern, die offenbar in Gewalt mündeten. Nun allerdings gibt es einen neuen Vorfall. Bei einer zufälligen Begegnung auf der Straße zeigte dieser dem Lebensgefährten seiner früheren Frau den Stinkefinger. Ist das schon ein Verstoß gegen die Auflagen? Ja, sagte man am Oberlandesgericht Zweibrücken, wenn auch ein leichter:

„Das Zeigen des Stinkefingers verstößt klar gegen das Verbot der Kontaktaufnahme. Dies gilt auch dann, wenn es sich lediglich um eine zufällige Begegnung handelte. Da es der erste und nicht schwerwiegender Verstoß war, ist ein Ordnungsgeld im unteren Bereich angemessen.“

Beschluss des Oberlandesgericht Zweibrücken vom 12.04.2019, AZ: 6 WF 44/19