Gemeinsames Sorgerecht gegen den Willen der Mutter

Das Familiengericht Frankfurt(Oder) übertrug am 28.03.2017, AZ: 52 F 3/17 gegen den Willen der Kindesmutter die gemeinsame Sorge auf beide Eltern. Zunächst sei auf Seiten des Kindes zu bedenken, dass es grundsätzlich seinem Wohl entspricht, wenn es in dem Bewusstsein lebt, dass beide Elternteile für es Verantwortung tragen. Dies gelte jedenfalls dann, wenn das Kind zu beiden Elternteilen, wie vorliegend eine gute Beziehung habe. Wenn daher die notwendige Elternkommunikation gegeben sei und die Mutter keine nachvollziehbaren sachlichen Einwendungen vortrage, widerspricht die gemeinsame Sorge dem Kindeswohl nicht.

Für den Fall der Unstimmigkeiten in einzelnen Angelegenheiten besteht immer auch die Möglichkeit gerichtlich die Übertragung der Entscheidungsbefugnis  für diese Angelegenheit zu beantragen. Beispielsweise, wenn sich gemeinsam sorgeberechtigte Eltern nicht über eine Schutzimpfung einigen können, BGH, Beschluss vom 03.05.2017 – XII ZB 157/16.