Für zu früh verschenktes Haus wird Erbschaftssteuer fällig

Die Klägerin ist nach dem Tod ihres Mannes Alleinerbin eines Einfamilienhauses. Da sie es selbst bewohnt, verlangt das Finanzamt zunächst keine Erbschaftsteuer. Nach wenigen Jahren verschenkt sie nun das Haus an ihre Tochter – unter der Maßgabe dort selbst lebenslang wohnen zu dürfen. Nun jedoch verlangt das Finanzamt rückwirkend Erbschaftssteuer. Der Bundesfinanzhof entsied, dass Erbschaftssteuer fällig wird.

„Mit der Steuerbefreiung auf ein geerbtes, selbst bewohntes Haus wollte der Gesetzgeber den familiären Lebensraum schützen und die Bildung von Wohneigentum durch die Familie fördern. Nur der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner kann sie in Anspruch nehmen, wenn er die Immobilie selbst nutzt. Wird das Haus innerhalb von zehn Jahren nicht mehr genutzt oder aufgegeben, fällt rückwirkend Erbschaftsteuer an. Anderenfalls könnte eine Immobilie steuerfrei geerbt und kurze Zeit später weiterverkauft werden.“

Für eine Steuerbefreiung muss das Haus also nicht nur selbst bewohnt sein, sondern auch im eigenen Eigentum bleiben.

Bundesfinanzhof, Urteil vom 11.07.2019, Az: II R 38/16