Dreijähriger kann alleine auf die Toilette gehen

Als die Mutter ihren dreieinhalbjährigen Sohn ins Bett bringt, macht sie dem Kind noch ein Hörspiel an und geht anschließend ins Wohnzimmer. Dort entgeht ihr allerdings, dass ihr Sohn nicht eingeschlafen ist, sondern allein auf die Toilette geht. Der junge Mann benutzt dabei so viel Toilettenpapier, dass der Abfluss verstopft. Außerdem verhakt sich der Spülknopf, sodass ununterbrochen Wasser nachläuft. Das Toilettenbecken läuft schließlich über und es kommt zum Wasserschaden, bei dem auch der Untermieter betroffen ist. Die Wohngebäudeversicherung reguliert den Schaden über 15.000 Euro zunächst. Doch sie verlangt von der Mutter zumindest einen Teil der Summe zurück, weil sie die Aufsichtspflicht verletzt hätte.

Die Richter am Oberlandesgericht Düsseldorf urteilten: „In einer geschlossenen Wohnung müssen Eltern ein dreijähriges Kind nicht ununterbrochen beobachten. Auch den Gang zur Toilette kann ein Dreijähriger allein bewältigen. Eine lückenlose Überwachung ist insbesondere dann nicht erforderlich, wenn eine vernünftige Entwicklung des Kindes gehemmt würde. Das betrifft auch den Umgang mit Gefahren. Die Mutter hat ihre Aufsichtspflicht also nicht verletzt.“Die Versicherung bekommt von der Mutter daher kein Geld.

Oberlandesgericht Düsseldorf (Az. I-4 U 15/18)